Seine unvergleichliche
Karriere
161
Grand-Prix
41 Siege
65
Pole-Positions
87 mal in der ersten
Startreihe
19 schnellste Runden
614 WM
Punkte
2982
Führungsrunden
13645
Führungskilometer
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DER ENDGÜLTIGE RENNFAHRER
Eines Tages wollte der liebe Gott einen Rennfahrer
erschaffen.
Die Menschheit sollte viel Spaß an ihm haben |
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Driven to Perfection
Racing, competing is in my blood, it´s part of me it´s part of my life,
I´ve been doing it for all my life, it stands up before anything.
(Ayrton Senna)
Kürzer und besser kann man wohl kaum Senna´s Leben beschreiben. Er war ein absoluter Perfektionist. Es wird wohl nie wieder einen Rennfahrer geben der auch nur annähernd so perfekt wie Senna sein wird. Er war nie bestrebt danach so viel Geld wie möglich einzustreichen, alles was er wollte war das Maximum aus sich und seinem Auto herauszuholen. Das tat er dann auch auf eine beeindruckende Art und Weise, und es war eine Freude ihm dabei zuzuschauen. Dieses tragische Wochenende von Imola, als eine Ära zusammenbrach, Ayrton fehlt der Formel 1 noch heute sein Tod hat ein Loch in die Formel 1 gerissen kein Fahrer bis heute konnte es schließen. Ich denke wenn man den Charakter eines Damon Hill, das Fahrkönnen eines Michael Schumachers, den Ehrgeiz und den kämpferischen Einsatz eines Jacques Villeneuve sowie die Coolness eines Mika Hakkinens in einer Person vereint, dann käme man einem Senna nahe aber erreichen wird man ihn nie. Ich möchte nun ein paar seiner großartigsten Siege aufzählen.
Monaco 1984
Es war erst sein sechstes Formel 1 Rennen, in einem Mittelklasseauto, er startet vom 14. Startplatz, schon damals war es nahezu unmöglich in Monte-Carlo zu überholen. Doch es regnete in Strömen was die Leistungsunterschiede der verschiedenen Fahrzeuge relativierte, das fahrerische Können rückte in den Vordergrund. Der junge Brasilianer tobte sich munter nach vorne der erste Schritt zum Regenkönig war gemacht, an zweiter Stelle liegend machte er auf den Führenden Alan Prost mächtig Boden gut, doch dann wurde das Rennen wegen dem fürchterlichen Regen abgebrochen, noch heute sind sich viele Experten einig, Rennleiter Jacky Ickx hat mit dem Abbruch Sennas ersten Grand Prix Sieg noch einmal verhindert.
Estoril 1985
Es regnete auch im April 85 in Estoril, und Senna steht zum ersten mal auf dem Startplatz der später quasi sein Stammplatz in der Formel 1 werden sollte, er startete von der Pole Position. Es ist der zweite Grand Prix der Saison, und Senna dominiert ihn von der Spitze weg im Stil eines Weltmeisters. Er scheint über dem Regen, den Pfützen auf der Strecke, der Aquaplaning-Gefahr förmlich zu schweben. Wo andere ausrutschen, neben der Strecke durchs Gras pflügen, sich drehen, bewegt er den Lotus wie auf Schienen durch die Gischt. Es war ein grandioser Sieg, und sein allererster Formel 1 Sieg. Spätestens jetzt wurde allen klar, das mit Ayrton Senna ein ganz Großer die Motorsport-Bühne betreten hat. Es war erst sein 16. Grand Prix und er wirkte so unglaublich souverän das hier in Estoril der erste Teil der Legende geboren wird - zusammen mit einem Namen, der in den kommenden Jahren zum ständigen Begleiter wird: "Magic" Senna.
Suzuka 1988
Das letzte Rennen der Saison, und Senna steht kurz davor sich seinen größten Traum zu erfüllen den langersehnten WM-Titel zu gewinnen. Er startet von der Pole, zum zwölften Mal in dieser Saison. Doch der Start war alles andere als geglückt, der Motor stirbt ab, er hatte viel Glück, das ihm zum einen niemand ins Auto gefahren ist, und zum anderen ist die Start-Ziel-Gerade leicht abschüssig, er kann also den Wagen anrollen lassen. Als 14. nimmt er schließlich das Rennen auf. Prost ist vorne auf und davon, kann sich einen Vorsprung rausfahren. Am Ende der ersten Runde ist Senna achter, doch die Aufholjagd scheint aussichtslos, aber Senna versucht alles, seine Kompromisslosigkeit kommt ihm jetzt zugute. Doch dann wurde der Himmel immer dunkler und Sennas Fähigkeiten auf nasser Fahrbahn sind bekannt, in der 14. Runde fallen die ersten Tropfen, die Strecke ist nicht richtig nass aber sie wird schmierig, Senna kommt nun immer weiter nach vorn, fährt teilweise über zwei Sekunden schneller als der Führende Prost. Am Ende der 27. Runde ist es soweit, Senna überholt Prost. Der Kampf ist vorüber Prost kann nicht mehr kontern. Zum Ende des Rennens wird der Regen immer stärker er muss also warten und zittern bis zur 51. und letzten Runde, bis zur letzten Kurve. Als er auf die Start-Ziel-Gerade einbiegt nimmt er eine Hand vom Lenkrad, ballt die Faust. Er weiß er ist am Ziel seiner Träume.
Interlagos 1991
Mittlerweile ist Senna zweimaliger Weltmeister, doch einen großen Traum hat er noch, er hat noch nie zuhause in Brasilien gewonnen. Der Druck auf ihn in Brasilien ist nahezu unendlich groß. Er startet wie so oft von der Pole Position. Der Start des Rennens verläuft planmäßig, Ayrton gewinnt den Start, kann sich aber nicht so recht von Nigel Mansell absetzen. Allerdings musste Mansell aufgrund total verschlissener Reifen ein zweites Mal außerplanmäßig an die Box. Doch aufatmen konnte Senna trotzdem nicht, im Gegenteil er bekommt nun allmählig Probleme mit dem eigenen Auto. "Zuerst ließ sich der vierte Gang nicht mehr einlegen, ich musste immer vom Dritten direkt in den Fünften schalten. Dann gingen plötzlich auch andere nicht mehr, sprangen heraus. Das Getriebe spielte einfach verrückt. Es war wahnsinnig anstrengend, so zu fahren. Mit der rechten Hand musste ich immer den Schalthebel, der noch dazu ein bisschen locker war festhalten, nur mit der linken Hand lenken, aufpassen, nicht noch einmal den falschen Gang erwischen." Plötzlich werden Sennas Rundenzeiten dramatisch schlechter, er verliert bis zu sieben Sekunden auf den Zweitplatzierten. Sieben Runden vor Schluss bekam er überhaupt keinen Gang mehr hinein, er ist verzweifelt, doch mit der allerletzten Kraft versucht er es noch mal und es lässt sich tatsächlich wieder ein Gang einlegen. Es ist der sechste, der einzige der jetzt noch funktioniert. Er lässt ihn drin bis zur Zielflagge, versucht gar nicht mehr zu schalten. "Aber es ist unglaublich schwierig nur im sechsten Gang zu fahren. Wenn man von 300 auf 70 km/h herunterbremsen muß, ohne dabei herunterschalten zu können, der Motor schiebt noch mit voller Power... ich war so oft knapp am Rausfliegen!" Man kann auch nicht zu langsam fahren, sonst besteht die große Gefahr das der Motor abstirbt, wenn die Drehzahl zu niedrig wird. Nun beginnt es auch noch leicht zu regnen, doch ausnahmsweise sieht er im Regen diesmal keine Hilfe:" Ich kenne mich zwar gut aus hier, ich wußte genau, von wo der Regen kommt, welche Ecken zuerst nass sein würden. Aber mit einem derart angeschlagenen Auto wurde es jetzt natürlich noch viel schwieriger die Kontrolle zu behalten. In den langsamen Kurven musste ich ja jetzt noch langsamer fahren. Ich habe mir immer wieder vorgesagt, es ist okay, du schaffst es, es wird klappen..." Und er betet wie er später zugibt, "darum, dass ich es durchstehe, dass das Auto noch bis zur Flagge hält, dass ich diesen Sieg behalten darf. Ich glaube Gott hat mir diesen Sieg geschenkt..." Kaum ist der McLaren über die Ziellinie gerollt, bleibt er in der Auslaufrunde stehen. Der Motor ist endgültig abgestorben. Senna will sich - endlich - ein bisschen entspannen aber es geht nicht. In dem Moment in dem er "loslässt", in dem sich die absolute Konzentration auflöst, "überfallen mich die Schmerzen wie ein Schlag. In meinen Armen, in meinen Schultern unglaublich intensiv, unglaublich stark." Minutenlang bleibt er regungslos im Auto sitzen "Ich wußte nicht, ob ich schreien, weinen oder lachen sollte, ich konnte mich kaum bewegen. Aber ich wollte hier doch unbedingt aufs Podium, zur Siegerehrung. Schließlich half mir Wilson Fittipaldi beim Aussteigen..." Er hat kaum noch die Kraft den Pokal festzuhalten, aber er hat es geschafft, er hat endlich auch zu Hause gewonnen.... Er darf die Freude zuhause zu gewinnen noch einmal auskosten, und zwar 1993.
Monte Carlo
Monaco, dieser unglaublich enge holprige Straßenkurs im Herzen von Monte Carlo war quasi die Spielwiese von Ayrton Senna hier wo es wie auf keiner anderen Strecke auf fahrerisches Können ankommt gewinnt Senna öfter als jeder andere Fahrer. Am 23. Mai 1993 stellt er einen neuen Rekord auf, er erreicht insgesamt sechs Siege, der Sohn des bisherigen Rekordhalters Graham Hill, Damon steht neben Ayrton auf dem Podium. Er sagt nur, " Mein Vater wäre stolz gewesen wenn er gewusst hätte das es erst einen Ayrton Senna braucht um seinen Rekord zu brechen." Sein bestes Rennen in Monaco bestreitet er wohl 1992. Es war das sechste Rennen der Saison, der absolute Überflieger der Saison heißt Nigel Mansell, er hat die fünf ersten Saisonrennen souverän gewonnen. Auch in Monaco eroberte Mansell die Spitze, Senna versuchte so gut es geht zu folgen, doch Mansell fährt einen Vorsprung von über 20 Sekunden auf Senna heraus. Doch Senna kämpfte weiter, er hörte nie auf. In der 70. Runde wird Senna für seinen Kampfgeist belohnt, Nigel Mansell bekommt ein Problem und muss an die Box. Als Mansell wieder auf die Strecke kommt liegt er fünf Sekunden hinter Senna. Was folgt sind sieben Runden, die die Fans den Atem anhalten lassen, sieben Runden, die Rennsportgeschichte schreiben. Mit dem generell schnelleren Auto und vor allem mit neuen Reifen ist Mansell innerhalb von anderthalb Runden wieder an Senna dran. Aber einen Gegner einzuholen und ihn zu überholen, das sind in Monaco zwei paar Schuhe, natürlich könnte Mansell 2 - 3 Sekunden pro Runde schneller fahren - aber er kommt an Senna einfach nicht vorbei. Mansell: "Manchmal habe ich drei Autos vor mir gesehen." Aber nicht einmal Mansell, der sonst ja ganz gern jammert, beschwert sich nachher über unfaire Fahrweise. Senna hat das getan was er aus seiner Sicht tun musste, sie waren beide weit über dem Limit. Wo auch immer Mansell hinwill, Senna ist schon da. Er hält das Auto meistens in der Mitte der Strasse, bietet kein Loch, nicht die kleinste Lücke, in die sein Gegner vielleicht hineinstechen könnte, er kontrolliert Mansell, sein Auto sich selbst. Obwohl seine Reifen ziemlich am Ende sind, er immer in der Gefahr ist, doch einmal irgendwo wegzurutschen, vielleicht sogar anzuschlagen. Gerhard Berger sagt später: "Niemand anders außer Senna hätte dieses Rennen unter diesen Umständen gewinnen können. Jeder andere hätte irgendwann einmal einen Fehler gemacht." Senna macht keinen Fehler, als nach der 78. Runde die Zielflagge herauskommt, trennen die beiden genau 0,215 Sekunden, ein Wimpernschlag, der für Senna eine Welt bedeutet... Für die meisten Fans war Ayrton Senna - The King of Monaco. Es ist eine brutale Ironie des Schicksals, dass das erste Rennen nach Imola 1994 Monte Carlo ist....
Donington 1993
Schon die Startrunde dieses Rennens wird in die Rennsportgeschichte eingehen. Die Strecke ist nass, aber kurz vor dem Start hat es fast aufgehört zu regnen. Trotzdem sind alle noch auf Regenreifen. Senna erwischt nicht einmal einen optimalen Start, kommt vom vierten Startplatz aus nur als Fünfter weg. Doch dann leuchtete Sennas Stern ganz hell, er kam mit deutlichem Vorsprung aus der ersten Runde in Führung liegend zurück. Die Bedingungen in Donington wechseln ständig. Abtrocknende Strecke, dann wieder Regen, mal stärker, mal schwächer. Es ist ein Rennen der Taktik, der Reifenwechsel - und des absoluten Fahrgefühls, des Könnens sich auf die unterschiedlichen Verhältnisse perfekt einzustellen. Und Senna deklassiert alle, vor allem Prost im anerkannt besten Auto. Er wechselt viermal die Reifen Alan Prost siebenmal. Er überrundet das komplette Feld, erst in der Schlussphase als er absolut auf Nummer sicher geht, kann sich Damon Hill züruckrunden. Nicki Lauda sagte später zu Senna: "Ich habe noch nie ein solches Rennen gesehen. Du hast das allerbeste Menschenmögliche getan, das man unter diesen Bedingungen nur tun konnte." Eine Steigerung zu diesem Rennen wird es nicht mehr geben.
Adelaide 1993
Zum ersten Mal in diesem Jahr steht Ayrton Senna auf der Pole Position, es war das letzte Duell Senna gegen Prost, und was noch niemand ahnte es war der letzte Senna-Sieg. Er ging vom Start weg in Führung, sein Sieg war nie in Gefahr mit diesem Sieg brachte Ayrton Senna McLaren auf Position 1 der ewigen Team-Wertung. Doch es war sein letztes Rennen für McLaren, nächstes Jahr sollte alles besser werden, im Williams nach zwei langen Jahren ohne siegfähiges Material sollte er endlich wieder in einem guten Auto sitzen, aber es kam alles anders, Adelaide 1993 war das letzte Rennen das Ayrton Senna beendete. Auch das McLaren Team fiel in ein grosses Loch, der nächste McLaren Sieg ließ über 4 Jahre auf sich warten.
Imola 1994
Es war ein Wochenende das von tragischen Unfällen geprägt war, zuerst der schwere Unfall von Rubens Barrichello, dann der tödliche Unfall von Roland Ratzenberger am Samstag. Und Senna war einer der ersten an der Unfallstelle, während alle anderen Fahrer den Vorfall zu verdrängen versuchten, ließ sich Senna zur Unglücksstelle fahren. Zwei Tage später findet man in Sennas Unfallwrack eine österreichische Flagge. Er setzte sich sehr für die Sicherheit der Formel 1 ein, so makaber es auch klingen mag, seinem Tod ist es wohl zu verdanken das viele andere Rennfahrer noch leben. Am Sonntag, dem 1. Mai 1994 um 14.17 biegt Ayrton Senna in die Vollgaspassage Tamburello ein, direkt am Scheitelpunkt der Kurve bricht die Lenksäule an seinem Boliden, völlig machtlos verliess er die Strecke und knallte mit Tempo 210 in die Begrenzungsmauer, Teile der rechten Radaufhängung zerschlagen seinen Helm und fügen ihm schwerste Verletzungen zu, für einen Moment scheint die Motorsportwelt still zu stehen. Gegen 18.00 Uhr erlag er seinen schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus von Bologna. Die Motorsportwelt ist bestürzt. Nach seinem Tod verkündigt Brasiliens Präsident eine dreitägige Staatstrauer, Sennas Tod stürzt eine ganze Nation in tiefe Betroffenheit. Am Tag der Beisetzung säumen Hunderttausende die Straßen von der Innenstadt zum Friedhof, Millionen verfolgen die Live - Übertragung an den Bildschirmen. Ayrton Senna ist der größte Rennfahrer aller Zeiten, noch heute ist er das größte Idol vieler jungen Motorsport Talente. Doch einen kleinen Trost gibt es doch noch, auch wenn es komisch klingt, einen schöneren Tod hätte man sich für ihn nicht wünschen können, er war ein "Racer" durch und durch, und er starb so wie er lebte, spektakulär und in Führung liegend. Auch heute noch, sechs Jahre später pilgern Jahr für Jahr Motorsport-Fans aus aller Welt am 1.Mai nach Imola in die mittlerweile entschärfte Tamburello-Kurve um Blumen oder Bilder niederzulegen und dem größten Rennfahrer aller Zeiten zu ehren...
Adeus, grande campeào, adeus grande amigo - wir werden Dich vermissen. Adeus, Ayrton - und danke, danke für alles!!! Oder, in Deiner Sprache: Obrigada por tudo!
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